ACHIM REICHEL
Mit "Michels Gold" lädt ein Rockmusiker dazu ein, unsere verloren geglaubten Kulturschätze zu entdecken
Kalter Sommerwind treibt dunkle Regenwolken über Hamburg vor sich her. Dabei hätte Achim Reichel so gern auf der Terrasse in der Sonne gesessen. Aber mürrisch gucken kann der Mann ja bekanntlich nicht, denn er hat gute Gründe zu lächeln. Und eines muss man sagen: Das Wetter passt eigentlich ganz gut zu Reichels neuem Album. Was selbstredend einiger Erklärung bedarf, zumindest für jene, die sich bisher nur anhand der auffälligsten Hits des Hanseaten durch dessen, upps?, viereinhalb Jahrzehnte Karriere gehangelt haben. Der feste Glaube einiger Fans, mit Reichels Liedern unbehelligt alt werden zu können, ohne sich zwischendurch mal über ihn wundern zu müssen, fußt in den Sechzigern und erweist sich seither alle paar Jahre wieder als grandioser Irrtum. Anfang der siebziger Jahre driftete er mit AR & Machines in den Dschungel des kifferseligen Krautrocks ab, allerdings ohne sich dort zu verirren; 1976 sang er auf einmal Shanties, fünf Jahre später den "Blues in Blond", und 1991 lief sein "Aloha Heja He (Sansibar)" landauf, landab in allen Radios. Manche Hörer wussten da schon gar nicht mehr, dass Reichel einst mit den Rattles gestartet war. Wir verkneifen uns hier mal jeden Verweis auf ein gewisses Liverpooler Quartett, das damals auch nicht erfolglos blieb und machen lieber einen Zeitsprung.
Im Jahre 2006 nannte Achim Reichel ein Album - gar nicht mal ohne Hintergedanken - "VolXLieder". Darauf vertonte er uralte Weisen im zwar nicht trendigen, aber doch zeitgemäßen Gewande.
FOTO: HINRICH FRANCK
Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 04/2008




