THE ROARING SIXTIES

TEIL 1: WIE ALLES BEGANN ...

Wenn ich mir Beat-Musik anhöre oder Bilder aus den Sechzigern anschaue, stelle ich oft fest, wie viele Parallelen es zur heutigen Musikbewegung gibt, mal abgesehen von der medialen Entwicklung und der Vielzahl der heutigen Bands und Musiker. Nur die Tatsache, das damals fast alles neu war, unterscheidet die Zeiten maßgeblich. Ich bin immer noch mittendrin, immer noch aktiver Musiker, und als Zeitzeuge erinnere ich mich sehr gerne an die Zeit, als wir mit einem 40 Watt Dynacord Eminent-Verstärker, einer Klemt Echolette 5 Hall-Anlage sowie zwei Echolette LE2-Boxen erstaunlicherweise ziemlich große Läden zum Beben brachten. Anfangs spielten wir alle (b, git, voc) über besagte Anlage, und es klang gar nicht so übel. Diese Zeit war schon ein Abenteuer, weil man ja nie wusste, ob die Anlage groß genug war oder ob sie plötzlich den Geist aufgab, was
schon einige Male passierte. Der Lötkolben war immer dabei. Von unserer ersten wirklichen Gage kauften wir uns dann natürlich eine richtige Gesangsanlage, und jeder hatte dann seinen eigenen Verstärker, und natürlich musste anfangs alles von Fender sein, die Instrumente natürlich auch. Wir nannten uns dann auch "The Fenders". Angefangen hat alles 1961 im elterlichen Wohnzimmer. Mein Kumpel und ich hörten stundenlang Everly Bros., Buddy Holly, Elvis, Eddy Cochran usw. und spielten mit unseren Höfner-Gitarren natürlich so gut es ging mit. Meine Eltern hatten eine Grundig "Musiktruhe" mit TV, Radio und Plattenspieler. An der Rückseite konnte man mittels Diodenstecker seine Gitarre anschließen, und ab ging die Post. Allerdings dauerten diese Sessions nur etwa sechs Monate, denn während dieser Zeit haben wir drei die vier Lautsprecher gekillt, und mein
genervter Vater verbot mir dann, die "Musiktruhe" auch nur anzufassen. Die Kragenstäbchen, die ich aus seinem Hemd klaute (als Plectrum-Ersatz), taten ihr Übriges. Aber meine Mutter hat fast immer wieder alles "geradegebügelt". War sie doch froh, dass ich nicht auf der Straße herumlungerte. Die Musik, die in den frühen Sechzigern in deutschen Gaststätten und Bars gespielt wurde, war eine Mischung aus Jazz, Skiffle, mit Banjo, ein bisschen Akkordeon, Kontrabass, Klavier und ganz verwegen einer Gitarre oder einer Hawaii-Gitarre, das war schon etwas ganz Besonderes.

TEXT UND FOTOQUELLE:
GEORG GRIMM

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 01/2009

 
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