GEMA-PETITION - Klassenkampf der Kreativen
In einer Petition formieren Mitglieder ihren Wider stand gegen die GEMA-Führung. Am 17. Juli 2009 endete die Mitzeichnungsfrist der GEMA-Petition mit einem Rekordergebnis:
106.575 Mitzeichner haben die von Beschwerdeführerin Monika Bestle, Geschäftsführerin der Sonthofener Kulturwerkstatt, eingereichte Petition unterstützt. Das ist die zweithöchste Zahl der über 500 Petitionen, die seit Oktober 2008 im Internet veröffentlicht wurden. Ein Mitarbeiter des Petitionsausschusses spricht von einem Erfolg, ein anderer geht davon aus, dass bei der GEMA tatsächlich etwas "faul" ist. Noch bemerkenswerter als die hohe Zahl der Mitzeichner ist aber die Tatsache, dass sich der Klageschrift eine Vielzahl von GEMA-Mitgliedern angeschlossen hat.
GEMA-Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Heker hätte sich sicherlich nicht träumen lassen, dass er mit dem von ihm eingerichteten Lobbybüro einmal gegen eigene Mitglieder antreten müsste. Das Hauptstadtbüro Berlin wurde geschaffen, um sich Gehör bei der Politik für die Interessen der GEMA zu verschaffen. Und nun wird die Politik mit konträren Botschaften von der Verwertungsgesellschaft selbst konfrontiert. Auf der einen Seite steht die eloquente und sich sachlich gebende GEMA-Führung aus Vorstand und Aufsichtsrat, auf der anderen Seite eine aufgebrachte Menge scheinbar rechtloser Mitglieder, kurioserweise angeführt von einer Veranstalterin. Für die GEMA-Führung beruht diese Spaltung auf einem Missverständnis, auf Unwissenheit und Instrumentalisierung, für die Petitions-Anhänger jedoch auf nicht weiter hinnehmbare Missstände bei der GEMA. Doch warum nutzen GEMA-Mitglieder eine Petition, um ihrem Unmut Luft zu machen, und was wird im Einzelnen beanstandet?
TEXT: LOTHAR SCHOLZ
FOTO:©BRIAN JACKSON/FOTOLIA.COM
Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 01/2010




