Geld

POPSTAR ALS LEHRBERUF?

Martin Kesici über "Sex, Drugs & Castingshows"

Junge Talente zwischen dem Traum als "Popstar" und der Realität als Medienprodukt: Gemeinsam mit "Nu Pagadi"-Sänger Markus Grimm gewährt "Star Search"-Sieger Martin Kesici einen Blick hinter die Kulissen der Casting-Shows. Ole Arntz sprach mit dem Berliner "Kinnteufel".

Martin, euer Buch heißt "Sex, Drugs & Castingshows". Wie passt das denn zusammen?

MARTIN: Wir wollten einfach mal zeigen, dass auch bei Casting-Shows gewisse Sachen hinter den Kulissen passieren. Sex sowieso, wenn ich da so an Markus' Schilderungen der After-Show-Partys denke; außerdem hab ich durch "Star Search" ja meine Freundin kennengelernt (für mich ein Lottogewinn). Drogen - ich hab nach dieser Show angefangen, ziemlich viel zu trinken, weil ich einfach nicht damit klarkam, dass ich zum Karaoke-Sänger mutiert war. Der Titel soll eigentlich zeigen, dass Casting-Shows mittlerweile ein eigenes Business geworden sind, eine eigene Maschinerie.

Apropos: Die Bild-Zeitung hat zu "Star Search"-Zeiten - wie du vermutest, durch einen Tipp vom Sender - deine Drogen vergangenheit zutage gefördert. Jetzt erst gibst du zu, dass es um Koks ging. Wie hat dein Vater auf deine tatsächliche Beichte reagiert?

MARTIN: Ja, das war vor einer Woche. Er ist jetzt 81, und ich hab ihm die Stelle im Buch gezeigt. Ein paar Tage später hat er mich angerufen und gesagt: "Es ist ok, solange das Vergangenheit ist und Du in die Zukunft schaust."

Manch einer könnte denken, ihr schreibt so ein Buch, weil ihr weg vom Fenster seid und jetzt wieder Geld braucht. Wie siehst du das?

MARTIN: Blödsinn. Dass man als Musiker nicht permanent im Fernsehen auftreten kann und will, ist ja klar. Schließlich gehörst du als Rockmusiker in erster Linie auf die Bühne und nicht vor die Kamera. Und was heißt schon "weg"? Ich kann bis jetzt davon leben. Wenn der große Hype vorbei ist, muss man sich eben ein bisschen mehr anstrengen. Ich war ja auch nicht mehr 18, als ich gewonnen hab, sondern 30. Da gehst du damit ganz anders um. Außerdem, denke ich, ist das Internet für die eigene Promotion inzwischen viel wichtiger geworden als das Fernsehen.

INTERVIEW: OLE ARNTZ
FOTOQUELLE: UNIVERSAL MUSIC

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 01/2010

 
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