
GEMA-Mitgliederversammlung der ordentlichen GEMA-Mitglieder am 23. und 24. Juni 2009
Eine der wohl außergewöhnlichsten GEMA-Mitgliederversammlungen, die es so in der Form nur selten gegeben hat, fand am 23. und 24. Juni 2009 in München statt. Die Versammlung begann damit, dass ein GEMA-Veteran zum Versammlungsleiter bestimmt wurde, der zum einen dieser Aufgabe nicht gewachsen war und zum anderen in der Vergangenheit unübersehbar gezeigt hat, dass er zu den Scharfmachern der GEMA-Hierarchie gehört. Wenn es in den letzten 15 Jahren auf den GEMA-Mitgliederversammlungen demokratisch notwendige intensive Sach- und Fachdiskussionen gab, war es immer wieder diese eine Person, die ans Mikrofon stürzte und den Antrag stellte, die Sach- und Fach-Diskussionen zu beenden. Auf diese Weise war es nur zu oft den GEMA-Mitgliedern nicht möglich, ihre Argumentationen zu bestimmten Anträgen ausführlich zur Diskussion zu stellen.

KONSTRUKTIVE KRITIK GEMA
1. Angemessene Erhöhung der Delegiertenzahlen als Stellvertreter für ca. 63.000 angeschlossene und außerordentliche GEMA-Mitglieder in der Versammlung der ordentlichen GEMA-Mitglieder. Hintergrund: Vor ca. 14 Jahren wurde die Anzahl der Delegierten der angeschlossenen und außerordentlichen GEMA-Mitglieder auf 34 beschlossen. Damals vertraten diese 34 Delegierten ca. 45.000 angeschlossene/außerordentliche GEMA-Mitglieder in der Hauptversammlung der ordentlichen GEMA-Mitglieder.
Heute hat sich die Zahl der angeschlossenen und außerordentlichen GEMA-Mitglieder auf 63.000 erhöht - und immer noch werden diese Mitglieder von lediglich 34 Delegierten vertreten. Die ca. 63.000 angeschlossenen und außerordentlichen GEMA-Mitglieder erwirtschaften zudem ca. 38% des gesamten GEMA-Aufkommens. Entsprechend dieses wirtschaftlichen Aufkommens sollte eine angemessene Anzahl von Delegierten gewählt werden dürfen.

GEMA - Die Umverteilung von unten nach oben
Nachdem die Kritik am PRO-Verfahren der GEMA kein Ende nimmt und aufgrund dieses ungerechten Verfahrens von unwahrscheinlich vielen Urhebern immer wieder Klagen zu hören sind, haben wir in der letzten Ausgabe des MUSIKER MAGAZINS eine Matrix-Tabelle veröffentlicht, um zu zeigen, in welchem Missverhältnis die Einnahmeseite der GEMA zur Ausschüttung steht. Wir haben für dieses Beispiel konstante Größen gewählt, um die Entwicklung bzw. die Umverteilung von unten nach oben aufzuzeigen.
Seit 2008 gehört zur Ausschüttung auch der M-Punktwert mit dazu, wodurch sich die Zahlungen an Urheber entsprechend erhöhen, die Umverteilung bleibt aber im Verhältnis erhalten.

GEMA-"PRO"-VERTEILUNGSVERFAHREN - Die Umverteilung von "Unten nach Oben"
Die GEMA installierte 1998 weitgehend unbemerkt von Politik, Kultur und Öffentlichkeit ohne Abstimmung ihrer ca. 60.000 angeschlossenen, außerordentlichen und ordentlichen Mitglieder ein neues Verteilungsverfahren unter dem Namen "PRO", das Tausende songschreibende Musikgruppen und Einzelinterpreten aus dem Gesamtbereich der Rock- und Popmusik übervorteilt, wenn diese zum einen Mitglied in der GEMA sind und zum anderen ihre eigenen Konzerte für ihre eigenen Songs organisieren. Mit diesem durch Vorstand und Aufsichtsrat eingeführten Umverteilungssystem schöpft die GEMA Jahr für Jahr Millionenbeträge, um diese Gelder dann über ein ausgeklügeltes Wertungssystem in die Taschen einer bestimmten Gruppe von Mitgliedern fließen zu lassen, die "zufälligerweise" auch der oberen Führungs- und Abstimmungsriege der GEMA angehören.




