
GEMA - Die Umverteilung von unten nach oben
Nachdem die Kritik am PRO-Verfahren der GEMA kein Ende nimmt und aufgrund dieses ungerechten Verfahrens von unwahrscheinlich vielen Urhebern immer wieder Klagen zu hören sind, haben wir in der letzten Ausgabe des MUSIKER MAGAZINS eine Matrix-Tabelle veröffentlicht, um zu zeigen, in welchem Missverhältnis die Einnahmeseite der GEMA zur Ausschüttung steht. Wir haben für dieses Beispiel konstante Größen gewählt, um die Entwicklung bzw. die Umverteilung von unten nach oben aufzuzeigen.
Seit 2008 gehört zur Ausschüttung auch der M-Punktwert mit dazu, wodurch sich die Zahlungen an Urheber entsprechend erhöhen, die Umverteilung bleibt aber im Verhältnis erhalten.

GEMA-"PRO"-VERTEILUNGSVERFAHREN - Die Umverteilung von "Unten nach Oben"
Die GEMA installierte 1998 weitgehend unbemerkt von Politik, Kultur und Öffentlichkeit ohne Abstimmung ihrer ca. 60.000 angeschlossenen, außerordentlichen und ordentlichen Mitglieder ein neues Verteilungsverfahren unter dem Namen "PRO", das Tausende songschreibende Musikgruppen und Einzelinterpreten aus dem Gesamtbereich der Rock- und Popmusik übervorteilt, wenn diese zum einen Mitglied in der GEMA sind und zum anderen ihre eigenen Konzerte für ihre eigenen Songs organisieren. Mit diesem durch Vorstand und Aufsichtsrat eingeführten Umverteilungssystem schöpft die GEMA Jahr für Jahr Millionenbeträge, um diese Gelder dann über ein ausgeklügeltes Wertungssystem in die Taschen einer bestimmten Gruppe von Mitgliedern fließen zu lassen, die "zufälligerweise" auch der oberen Führungs- und Abstimmungsriege der GEMA angehören.

Handlungsempfehlungen
Der Deutsche Bundestag berief im Februar 2006 erneut eine Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" mit dem Ziel, für den Gesamtbereich Kunst und Kultur in Deutschland Handlungsempfehlungen für die Mitglieder des Deutschen Bundestages zu erarbeiten. Unter den annähernd 500 Handlungsempfehlungen dieser Enquete-Kommission gibt es auch außerordentliche Handlungsempfehlungen in bezug auf die GEMA. Diese stellen wir hier unseren Lesern vor:

Erwartungen der Politik an die GEMA
Das Konzept der Verwertungsgesellschaften als Solidargemeinschaft aller Kreativen ist heute wichtiger denn je. Deshalb setzen wir, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, uns für die Verwertungsgesellschaften gerne ein.
Dabei sind wir mehr und mehr mit der Politik der Europäischen Kommission konfrontiert. In einer Stellungnahme der Obleute von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90 / Die Grünen im Kultur- und Medienausschuss des Deutschen Bundestages haben wir gegenüber Brüssel klargemacht, dass wir das nationale System der kollektiven Rechtewahrnehmung verteidigen (Stellungnahme zu der Konsultation zur Mitteilung über kreative Online-Inhalte im Binnenmarkt, KOM(2007)836 endg).




