Lena Meyer-Landrut - "Unser Star für Oslo" - unerreichbar nah ...
Vermutlich ist unser kleines Fachblatt entweder zu unbedeutend oder zu kritisch, um zu einem frisch gebackenen "Star" wie Lena Meyer-Landrut in die oberen Etagen der multinationalen Musikindustrie vorzudringen, um ein kleines Interview zu ergattern. Dort ist sie nach ihrem fulminanten Sieg des Vorentscheids pfeilschnell angekommen. Trotz aller Sympathie für die junge, "krasse" Lena sollte man dabei eines nicht vergessen: dass es sich um ein hartes, wirklich sehr hartes Geschäft handelt: "Verdammte Axt!"
Das MUSIKER MAGAZIN ist als erstes überregionales Podium für junge Talente im deutschen Musikgeschäft bekannt. Die musikbegeisterte Redaktion des MUSIKER MAGAZIN verfolgt natürlich die gängigen Talentshows im TV. Von Anfang an war die sympathische Hannoveranerin die unüberhör- wie sehbare Favoritin im diesjährigen Wettbewerb. Ihre mitunter noch unbedarft wirkende, aber nicht minder selbstbewusste Erscheinung empfahl sie als die ersehnte Künstlerin für das heute ansonsten eher kränkelnde deutsche Musikgeschäft! Endlich jemand, der Formate sprengen könnte.
Kurz nachdem sich die Lena mit ihrem losen Mundwerk und ihren recht eigenwilligen Interpretationen außergewöhnlicher wie kaum bekannter Popsongs als "unsere" Vertreterin qualifiziert hatte, waren die üblichen Gimmicks im Fan-Shop erhältlich: Dazu zählen "Star für Oslo"-Kaffeebecher, das passende - natürlich - unvermeidlich schwarze T-Shirt mit schmuckem "Lena Oslo"-Aufdruck und viel anderer Schnickischnacki?
Was wohl aber wirklich alles über die junge Vertreterin Deutschlands hereingebrochen ist, vermag man nur zu erahnen. Innerhalb allerkürzester
Frist ist sie das Paradebeispiel für eine "Blitzkarriere", wie sie wohl nur noch äußerst selten in unserer Medienlandschaft erlebbar wird. Bei einer Einschaltquote von über 7% (= ca. 2,1 Millionen Zuschauer), was hierzulande nicht einmal mehr von sportlichen Großereignissen erreicht wird, erreichte "unsere Lena" einen veritablen Promistatus, wie er auch von den ambitioniertesten Künstlern und Pop-/Rockmusikern auch nach jahrelangen Anstrengungen kaum noch erreicht werden kann. Trotz aller möglichen positiven Begleiterscheinungen derartiger Erfolge bleiben manch kleinere Redaktionen, wie z. B. die unsere, doch am Boden der Tatsachen und werden vom allgemeinen Medien-Hype nicht so stark infiziert, worüber wir unseren geneigten Lesern gerne einmal berichten dürfen.
TEXT: FUNKEY
FOTO-QUELLE: © UNIVERSAL MUSIC
Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2010




