KORRUPTION UNTER DEUTSCHEN MANAGERN
Der deutsche Ableger von Transparency International legt ein Papier zu Bestechungs-Affären deutscher Firmen im Ausland vor.
Die These der Korruptionswächter: Es wird noch zu wenig dagegen getan. Umfragen unter Managern stützen die Behauptung.
Bestechung ist im internationalen Geschäftsverkehr deutscher Firmen weit verbreitet: Korruption gehört aus Sicht vieler Manager praktisch zwangsläufig zum normalen Geschäftsgebaren. Hansjörg Elshorst, Vorsitzender von Transparency Deutschland, stellt zwar einen Stimmungswandel fest: Seit der Siemens-Skandal um Schmiergelder bekannt wurde, seien sich Unternehmen zunehmend darüber klar geworden, dass ein großes Risiko besteht, entdeckt zu werden. Gleichzeitig aber tun Staat, Strafverfolger und die Firmen nach Auffassung der Anti-Korruptions-Organisation noch zu wenig.
"Bei der Auslandsbestechung ist das Risiko der Täter, entdeckt und verfolgt zu werden, vermutlich noch geringer als im Inland", stellt Transparency in einem Memorandum fest. Das gesetzliche Verbot von Bestechung im Ausland, wonach den Tätern bis zu knapp dreieinhalb Jahren Haft drohen, habe bisher nur zu wenigen Verurteilungen geführt. Auslandsbestechung in der Wirtschaft sei weiterhin üblich, heißt es in dem Papier.
So haben deutsche Unternehmen sich zwar 2007 zu einem strikteren Corporate Governance Kodex durchgerungen. "Aber das kommt nicht unbedingt von einem Tag zum anderen bei den Kaufleuten an", sagte Elshorst. Der Kodex verpflichtet Vorstände und Aufsichtsräte jetzt zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Verbote von und Sanktionen gegen Korruption werden zunehmend Bestandteile betrieblicher Regeln. In vielen Konzernen drohen den Mitarbeitern in Bestechungsfällen nun Strafen und Entlassung, zugleich werden Mitarbeiter zur Korruptions-Vorbeugung inzwischen besser geschult.
Text: Oliver Haustein-Teßmer
Foto: Photocase.de/golffoto
Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2008




