DIE MASCHE DER MUSIKKONZERNE
Seit Jahren ist die Tonträgerbranchein der Krise. Rettung sollen neue Absatzstrategien in Internet und Fernsehen bringen
Früher war es Gold wert für einen Plattenkonzern, wenn einer seiner Stars die Preisverleihung MTV Video Music Awards eröffnen durfte. Der begehrte Platz bei der Ikone der Musikshows verschaffte dem
Künstler ein Publikum von bis zu 265 Millionen Zuschauern weltweit, und das kurbelte die Verkaufszahlen der aktuellen CDs an. Diese Zeiten sind vorbei. Die jüngste Veranstaltung des Musikfernsehsenders sollte das Comeback für Britney Spears werden. Doch die frühere Pop-Prinzessin, die zuletzt nur noch Schlagzeilen durch Alkoholexzesse und ihren kahl geschorenen Kopf machte, stolperte unbeholfen auf der Bühne herum. Am Schluss hörte sie sogar auf, die Lippen zum Playback zu bewegen. Das einzige, was Spears' Plattenfirma Sony BMG ernten konnte, war Spott.
Die Musikbranche leidet. Marketingmittel, die früher als sichere Erfolgsrezepte galten, funktionieren heute nicht mehr. Denn die Konsumenten nutzen Medien anders als früher. Ein Auftritt eines Stars bei "Wetten, dass ...?" reicht nicht mehr wie früher, um die breite Masse der Deutschen zu erreichen. Die wichtige Zielgruppe der Jugendlichen verbringt ihre Zeit lieber im Internet. Sogar bei den MTV Video Music Awards schwinden die Zuschauerzahlen. Allein im vergangenen Jahr ging die Einschaltquote um ein Drittel zurück. Dieser Wandel in der Mediennutzung drückt auf die Bilanzen der Musikindustrie.
TEXT: Anette Dowideit, Nils Rüdel
FOTOS: Marie Digby - MySpace
Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2008




