Musikrat fördert die Popmusik
Mannheim. Der Deutsche Musikrat will verstärkt auch die Unterhaltungsmusik fördern. Damit werde die kulturell unsinnige Trennung zwischen Unterhaltungsmusik und ernsthafter Musik durchbrochen, sagte Präsident Martin Maria Krüger in Mannheim. "Wir würden unsere Berechtigung als Repräsentant verlieren, wenn wir uns nicht mehr mit der Popularmusik beschäftigen", erklärte der Chef der bundesweit acht Millionen Laien- und Berufsmusiker. Außerdem werde durch die Öffnung auch die E-Musik profitieren. Der Musikrat begrüßte zugleich die Forderung von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), mehr deutsche und in Deutschland produzierte Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu spielen. "Es muss etwas geschehen in dieser Richtung, vor allem im Popularbereich", betonte Vizepräsident Jens Michow.
Es liege nicht an der Qualität der Musik, sondern an der Auswahl der Radiomacher. Gesetzliche Regelungen seien allerdings wegen des Rundfunkstaatsvertrages nicht durchsetzbar. Thierse hatte sich dafür ausgesprochen, nach dem Vorbild Frankreichs eine Quote für einheimische Musik im deutschen Rundfunk einzuführen. Seit 1996 gilt in Frankreich für alle Sender die Vorschrift, dass 40 Prozent des zwischen 6.30 und 22.30 Uhr ausgestrahlten Musikprogramms aus französischen Produktionen bestehen muss. Ein Schwerpunkt bei der Förderung von Unterhaltungsmusik werde der Schülerband-Wettbewerb "School-Jam" sein, sagte Vizepräsident Udo Dahmen. Gruppen in den Jahrgangsstufen 9 bis 13 sollen daran teilnehmen. Das Finale des Preisträgerkonzerts ist beim Festival "Rock am Ring" im kommenden Sommer geplant. "Der Wettbewerb wird den Nachwuchs für die neue Pop-Akademie fördern", sagte deren Leiter Dahmen. Start der bundesweit einmaligen Einrichtung ist am 13.Oktober. Der Deutsche Musikrat mit Sitz in Bonn hatte im November wegen einer Schulden-last von rund einer Million Euro Insolvenz angemeldet. Im Frühjahr beschloss der Musikrat eine neue Organisationsstruktur. Die Krise sei jetzt überwunden, betonte Krüger.



