Künstlern zu ihrem Recht verholfen GEMA-Ehrenpräsident Schulze wurde 91
Grünwald. Man nennt ihn auch "Mr. GEMA". Nach dem Zweiten Weltkrieg übertrugen ihm die Alliierten die Aufgabe, die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte" (GEMA) aufzubauen. Ein weiser Entschluss, wie sich herausstellte. Über 40 Jahre lang leitete Erich Schulze die Gesellschaft überaus erfolgreich als alleiniger Vorstand und Generaldirektor. In diesem Jahr wurde der Träger zahlloser Medaillen und Auszeichnungen in Grünwald 91 Jahre alt. "Ihnen ist es gelungen, rechtliche, künstlerische und wirtschaftliche Ansprüche miteinander so in Einklang zu bringen, dass im Rahmen des Möglichen eine gerechte Verteilung der Einnahmen aus einer im engeren oder weiteren Sinne künstlerischen Tätigkeit gewährt wurde", lobt Ministerpräsident Edmund Stoiber die Arbeit Schulzes in einem Glückwunschschreiben. Sänger und Instrumentalisten, Komponisten, Textdichter und Verleger hätten über Jahrzehnte hinweg zu Recht auf seine Kompetenz und Überzeugungskraft vertraut. Erich Schulze wurde am 1.Februar 1913 in Berlin geboren. 1947 begann er mit dem Aufbau der GEMA, deren Ehrenpräsident er heute ist. 1989 wurde der Grünwalder im Münchner Cuvilléstheater in den Ruhestand verabschiedet. "Er ist der bedeutendste Urheberrechtler der Welt", lobte ihn damals der Medienexperte Reginald Rudorf. "Es gibt seit Schulze keinen Ton mehr zwischen Kiel und Konstanz, ohne dass bei der GEMA die Kasse klingelt." Die Erich-Schulze-Stiftung, die 1998 gegründet wurde, unterstützt die Rechtswissenschaft zum Schutz der Kultur und Kulturschaffenden.



