Donnerstag, 07. Mai 2009 18:27
Musiker News: Kurznachrichten

Im Streit mit der Verwertungsgesellschaft GEMA sperrt Google-Tochter YouTube alle professionellen Musikvideos auf seiner deutschen Website. Das bestätigte der Konzern gegenüber der Presse. Bei der Kontroverse geht es darum, wie viel Geld der Verwertungsgesellschaft für das Verbreiten von Musikvideos im Internet zusteht. Der US-Konzern Google sperrt alle professionellen Musikvideos beim deutschen Ableger seines Videoportals YouTube. Grund ist ein Streit mit der Verwertungsgesellschaft GEMA, die die Interessen von Komponisten, Textdichtern und Urhebern vertritt. "Die GEMA verlangt nun zwölf Cent für jedes abgespielte Video", sagte ein Sprecher. Das sei nicht hinnehmbar, eine Finanzierung schlicht nicht möglich. "Übertragen auf den Kauf einer CD würde dies bedeuten, dass ein Musikliebhaber für eine herkömmliche CD mehr als 500 Euro zahlen müsste", rechnet Google vor. Auch andere Webseiten-Betreiber setzen sich derzeit mit der GEMA auseinander.

Die Verwertungsgesellschaft weist den Vorwurf der überzogenen Forderungen zurück. "Wir stehen mitten in den Verhandlungen, verlangen lediglich eine Lizenzgebühr in Höhe von einem Cent pro abgespieltem Video", sagt GEMA-Sprecherin Bettina Müller. Das sei eine faire Vergütung.

Das Videoportal YouTube ist für seine Nutzer kostenlos. Der US-Konzern nimmt Geld über Werbung ein. Dem stehen aber hohe Kosten für den Datenverkehr entgegen. Nach Ansicht von Beobachtern ist YouTube noch immer defizitär.

Neben der GEMA halten auch Musiklabels wie Warner Music oder Sony Music Entertainment die Rechte an den Musikvideos. Mit denen hatte sich Google bereits geeinigt und ein aufwendiges Filtersystem eingeführt. So können die Musikkonzerne entscheiden, ob sie Videos freigeben, die von YouTube-Nutzern hochgeladen werden.

Google führt ähnliche Auseinandersetzungen auch in anderen Ländern. Vor wenigen Wochen sperrte der Internet-Riese fast alle Musikvideos in Großbritannien. Doch dieser Streit mutet vergleichsweise harmlos an. Die Forderung der GEMA ist laut Google 50-mal höher als die ihres britischen Pendants.


 
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