Popmusikerverband misst dem Bandwettbewerb "Hoffnungsträger" eine besondere Bedeutung bei
Wenn der Deutsche Rock & Popmusikerverband (DRMV) im Dezember zum Deutschen Rock & Pop-Preis nach Wiesbaden einlädt, werden Fachleute und Brancheninsider aus der ganzen Republik die besten Künstler aus dem Nachwuchsbereich auszeichnen - das zum 25. Mal und in insgesamt 83 Kategorien. Dass auch Talente aus dem Hanauer Umfeld im Kampf um Preise mitmischen, ist nicht unrealistisch. Auch 2007 wird sich der Sieger des Bandcontests "Hoffnungsträger" für den hessischen Vorentscheid qualifizieren, der traditionell in der Frankfurter "Batschkapp" ausgetragen wird. Heinz Mahr, Landessprecher des Hessischen Rock & Popmusikerverbands, ist gespannt, welche Band in diesem Jahr das Ticket für die "Batschkapp" lösen wird.
Gemeinsam mit seinem Funktionärskollegen Carlos Wulff konnte er die Aspiranten während der Qualifikation in der halle2 bereits beschnuppern. Beide sprechen von hohem Niveau. "In den letzten Jahren hat sich Mittelhessen mit Bands aus Städten wie Marburg, Gießen oder Wetzlar klar als Sammelbecken für Nachwuchstalente erwiesen", so Mahr, aber auch Hanau sei bei der Punktevergabe in Frankfurt nicht aus den Augen zu verlieren. Dass der Sieg beim "Hoffnungsträger", der im Rahmen des Bürgerfests im Zelt der halle2 und des städtischen Jugendbildungswerks (KJBW) ausgetragen wird, so tatsächlich zum Sprungbrett einer Bühnenkarriere werden könnte, zeigt die Liste der Bands, die der Bundeswettbewerb in den vergangenen 25 Jahren hervorbrachte.
"Pur" und die "Guano Apes" sind beipielsweise zu nennen, "Mundstuhl", "Ganz schön feist" oder eine Wetzlarer Studentenband namens "Sunnyglade", die heute als "Juli" ganz oben auf der Welle des Deutschrock mitschwimmt. Übrigens sind Hessen und Bayern die einzigen Bundesländer, die ihre Kandidaten für den Bundeswettbewerb im Rahmen eines Bandcontests live küren. Die übrigen Landesverbände bestimmen die Glücklichen anhand von Demobändern, die von interessierten Bands ohne Plattenvertrag als Bewerbungsmaterialien eingereicht werden.
Der "Hoffnungsträger" nimmt innerhalb des Sonderfalls "Hessen" eine Ausnahmestellung ein: "Insgesamt dürfen in Frankfurt acht Gruppen auftreten", berichtet Heinz Mahr, ?sieben davon werden ebenfalls anhand eingegangener Demobänder ausgesucht - und die achte zeichnet sich eben als "Hanauer Hoffnungsträger" aus!". Das gute Abschneiden der Hanauer Qualifikanten bestätigt Mahr und Wulff in der Verbandsentscheidung, dem Bandcontest aus der Goldschmiedestadt seine Zubringerfunktion auch weiterhin zuzugestehen. Die Vorjahressieger, Tim Ahmed und Band, erreichten in der "Batschkapp" einen hervorragenden zweiten Platz. Zwar verpassten sie das Ticket für den Bundeswettbewerb knapp, knüpften allerdings erste Kontakte zu Produzenten. "In dieser Location zu spielen ist für jeden Musiker etwas ganz besonderes", verrät Carlos Wulff, "schließlich traten in der "Batschkapp" schon Stars wie Robbie Williams auf". Was für die Juryentscheidung in Wiesbaden gilt, ist auch für Frankfurt und für Hanau Maßstab. Bewertet werden Komposition, Spieltechnik, Gesang, Arrangements, Text, Originalität und Kreativität.
"Auch in Hanau werden wir mit den anderen Preisrichtern darauf achten, wer sowohl fachlich überzeugen, als auch ein Publikum begeistern kann", sagt Heinz Mahr. Der Landessprecher ist überzeugt, dass auch 2007 wieder Hervorragendes im halle2-Zelt auf ihn wartet. Die Großauheimer Reggae-Formation "Banjoory", die den Wettbewerb vor vier Jahren gewann, schätzt er beispielsweise sehr hoch. Wer in Wiesbaden letztendlich den Sieg davonträgt, kann sich über ein Jahr Intensivbetreuung durch den DRMV freuen. Dazu gehört unter anderem, bei den großen Plattenfirmen vorstellig werden zu dürfen. Die Gewinner der letzten Jahre waren inzwischen bereits mit Stars wie "Bon Jovi" oder Lionel Richie auf Tour. "Sicher träumt doch jede Kellerband davon, irgendwann mit ihrer Musik auch Geld zu verdienen", weiß Mahr, der sich auf die Nachwuchstalente aus ganz Hessen freut. Auf dem Bürgerfest wird Mahr auf "Breaks Mies & Stylez", "Cellar Door", "Wrath Remains", "Cliffsight", "The Sick Rats", "Handicapt", "Two Day Romance" und "Lost in Munin" treffen. Musik aus den Sparten Rap, Emo, Rock und Metal ist zu erwarten.
Bereits während der Qualifikation in der halle2 habe sich eine große Leistungsdichte gezeigt, sagt Thomas Boeuf vom Jugendbildungswerk. Ob in Hanau demnächst tatsächlich ein Musikertraum beginnt, wird sich spätestens am 28. Oktober in der "Batschkapp" zeigen. Das Bundesfinale findet dann am 15. Dezember in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen statt.
Maryanto Fischer www.drmv-hessen.de



