Urheberrecht gerät in die Kritik
Die Musikindustrie vermisst eine Lobby. "Plattenboss" - der Begriff ist negativ besetzt. Der Klischee-Plattenboss nutzt schließlich den armen kreativen Musiker aus und denkt nur ans Geld. Wenig Gehör fand die Musikindustrie also, als sie damit begann, gegen das Kopieren von CDs vorzugehen. Umsatzrückgänge im zweistellgen Prozentbereich machen der Branche zu schaffen. Jetzt ist ein neues Urheberrecht beschlossen - und schon holen andere Branchen zum Gegenschlag aus. Zunächst einmal klingt das neue Urheberrecht gar nicht so streng. Privatpersonen dürfen weiterhin Kopien für die private Nutzung herstellen. Das macht Sinn, um zur Sicherheit eine zweite CD zu haben, falls die erste beschädigt wird, oder um im Auto die CD zu hören, die sonst im Wohnzimmer-Player rotiert.
Doch dann kommt eine Neuregelung: Sind die Werke, dazu zählen unter anderem Musik-CDs und CD-Roms mit Computerprogrammen, mit einem Kopierschutz versehen, ist das Kopieren verboten. Das schien deshalb sinnvoll, weil derzeit kein Kopierschutz wirklich den Knack-Versuchen der Brenn-Freunde widersteht. Künftig ist also das Knacken des Kopierschutzes verboten. Strafen drohen auch den Herstellern von Systemen, die das Umgehen des Kopierschutzes ermöglichen. Deshalb gibt es nun heftigen Gegenwind sogar von der Seite, die eigentlich von dem neuen Urheberrechtsgesetz profitieren sollte. Die süddeutsche Software-Schmiede SAD spricht sogar von "Enteignung". Schließlich hat sie sich mit Produkten wie dem DVD-Kopierprogramm "Movie Jack" und dem PC-Spiel-Kopierer "Game Jack" zu einem führenden Hersteller von Kopierprogrammen gemausert. Jetzt fürchtet die Firma, dass der Vertrieb ihrer Programme unter Strafe gestellt wird und die Pfründe der Arbeit verloren gehen. Deshalb hat SAD eine Protestplattform im Internet installiert mit dem Slogan "Copy is Right", der vermutlich nicht zufällig angelehnt ist an die "Copy-kills-Music"-Kampagne der Musikindustrie. Auf der Homepage gibt es Informationen rund um das neue Urheberrecht und die Standpunkte der Software-Hersteller. Außerdem finden sich Links zu weiteren Gegnern der Neuregelungen, darunter sogar die Rechte-Verwalter GEMA und die Verwertungsgesellschaft Wort. Noch ist Protest möglich. Der Bundestag hat das neue Gesetz beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen. Hersteller von Kopierprogrammen wettern gegen Neuregelungen
Die Musikindustrie vermisst eine Lobby. "Plattenboss" - der Begriff ist negativ besetzt. Der Klischee-Plattenboss nutzt schließlich den armen kreativen Musiker aus und denkt nur ans Geld. Wenig Gehör fand die Musikindustrie also, als sie damit begann, gegen das Kopieren von CDs vorzugehen. Umsatzrückgänge im zweistellgen Prozentbereich machen der Branche zu schaffen. Jetzt ist ein neues Urheberrecht beschlossen - und schon holen andere Branchen zum Gegenschlag aus. Zunächst einmal klingt das neue Urheberrecht gar nicht so streng. Privatpersonen dürfen weiterhin Kopien für die private Nutzung herstellen. Das macht Sinn, um zur Sicherheit eine zweite CD zu haben, falls die erste beschädigt wird, oder um im Auto die CD zu hören, die sonst im Wohnzimmer-Player rotiert.
Doch dann kommt eine Neuregelung: Sind die Werke, dazu zählen unter anderem Musik-CDs und CD-Roms mit Computerprogrammen, mit einem Kopierschutz versehen, ist das Kopieren verboten. Das schien deshalb sinnvoll, weil derzeit kein Kopierschutz wirklich den Knack-Versuchen der Brenn-Freunde widersteht. Künftig ist also das Knacken des Kopierschutzes verboten. Strafen drohen auch den Herstellern von Systemen, die das Umgehen des Kopierschutzes ermöglichen. Deshalb gibt es nun heftigen Gegenwind sogar von der Seite, die eigentlich von dem neuen Urheberrechtsgesetz profitieren sollte. Die süddeutsche Software-Schmiede SAD spricht sogar von "Enteignung". Schließlich hat sie sich mit Produkten wie dem DVD-Kopierprogramm "Movie Jack" und dem PC-Spiel-Kopierer "Game Jack" zu einem führenden Hersteller von Kopierprogrammen gemausert. Jetzt fürchtet die Firma, dass der Vertrieb ihrer Programme unter Strafe gestellt wird und die Pfründe der Arbeit verloren gehen. Deshalb hat SAD eine Protestplattform im Internet installiert mit dem Slogan "Copy is Right", der vermutlich nicht zufällig angelehnt ist an die "Copy-kills-Music"-Kampagne der Musikindustrie. Auf der Homepage gibt es Informationen rund um das neue Urheberrecht und die Standpunkte der Software-Hersteller. Außerdem finden sich Links zu weiteren Gegnern der Neuregelungen, darunter sogar die Rechte-Verwalter GEMA und die Verwertungsgesellschaft Wort. Noch ist Protest möglich. Der Bundestag hat das neue Gesetz beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen.



