BETR.: GEMA-REFORM / MEINE WEITERE MITGLIEDSCHAFT IN DER GEMA

Sehr geehrter Herr Heker,
sehr geehrter Herr Evers,

bedauerlicherweise hatte ich bislang keine Möglichkeit zu einem kritischen Dialog auf persönlicher Ebene mit Ihnen. Bei der Popkomm in Berlin, auf der dies ja nun eigentlich geplant war, haben sie eine Teilnahme an der Diskussionsrunde aus mir unbekannten Gründen leider abgelehnt und gegenüber dem Moderator später sogar erklären lassen, "die GEMA wünscht keine politische Diskussion", sodass dieser schließlich entnervt "das Handtuch geworfen hat" und ein Ersatz für ihn gesucht werden musste. Gestatten Sie mir, dass ich mich deshalb nun postalisch an Sie wende.

Ich nehme an, Sie sind einigermaßen mit meiner kritischen Einschätzung der Strukturen und Verteilungspraxis der GEMA vertraut, nachdem ich ja nun die Gelegenheit hatte, diese dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages darzulegen und auch dem Bundesjustizministerium eine ausführliche Erwiderung habe zukommen lassen, die Sie sicherlich zur Kenntnis genommen haben.

Ich bin seit 1990 Mitglied der GEMA, seit 1993 als außerordentliches Mitglied. Die GEMA hat meines Erachtens eine sehr wichtige Aufgabe, der sie meiner Meinung nach leider nicht genügend gerecht wird. Das Grundproblem sehe ich darin, dass vor der ordentlichen Mitgliedschaft viel zu hohe Hürden aufgebaut wurden, momentan ein Mindestaufkommen von 30.000 Euro innerhalb von fünf Jahren, pro Jahr aber mindestens 1.800 Euro.
Auf diese Weise werden die allermeisten Berechtigten dauerhaft von jeglicher Mitbestimmung der Verteilungsmodalitäten ausgeschlossen. Ich glaube nicht, dass dies der Verteilungsgerechtigkeit und Akzeptanz der angewandten Verteilungsschlüssel zuträglich ist.

Ich hätte wohl trotzdem 1998 oder spätestens1999 den damals erforderlichen "Sollumsatz" für eine ordentliche Mitgliedschaft erfüllt, wenn die GEMA immer korrekt (nach Satzung und Verteilungsplan) abgerechnet hätte. Erst recht hätte ich die Umsätze dann erreicht, wenn die Verteilung sich strikt am Inkasso ausrichten würde und nicht durch willkürlich festgelegte Verteilungsverfahren verzerrt worden wäre (dazu später mehr).


TEXT: WIELAND HARMS


Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 04/2011

 

 
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