WIELAND HARMS: MANUSKRIPT DER REDE VOR DEM PETITIONSAUSSCHUSS DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES

Mein Name ist Wieland Harms, ich bin Jahrgang 1968 und seit 1990 (also inzwischen 20 Jahren) GEMA-Mitglied in der Berufsgruppe der Komponisten. Zunächst als angeschlossenes und seit 1993 als außerordentliches Mitglied.

Anlass für mich, in die GEMA einzutreten, war ein Plattenvertrag bei der zum Motorpresseverlag gehörenden Stuttgarter Plattenfirma Phono, den wir 1991 unterschreiben konnten, nachdem wir im Vorjahr mit unserem Jazz-Gitarren duo den 1. Preis beim "Jugend Jazzt"-Wettbewerb Baden-Württemberg gewonnen hatten.

Was ich in diesen 20 Jahren bei der GEMA erlebt habe, hat mich veranlasst, mich der Petition von Frau Bestle mit einem eigenen Petitionstext anzuschließen, um damit die Sicht eines einfachen Mitglieds in das Verfahren einzubringen. Die größten Missstände und Missverhältnisse zwischen Einnahmen und Ausschüttungen bei der GEMA gibt es meiner Erfahrung nach im Bereich der Konzertabrechnungen.

Hierzu ein kleiner Erfahrungsbericht:
Nach Veröffentlichung unserer Debüt-CD 1993 haben wir allein zwischen '93 und '97 41 Konzerte in zum Teil sehr großen Clubs (wie der Fabrik in Hamburg) gegeben. In ALLEN Konzerten
haben wir über 80 % eigene Stücke gespielt, und für ALLE diese Konzerte haben wir natürlich auch die vom Veranstalter vorgelegten Musikfolgen für die GEMA ausgefüllt. Dummer weise wussten wir damals (wie die allermeisten Newcomer wahrscheinlich) noch nichts von Netto-Einzelverrechnungen oder gar Wertungs zuschlägen. Für KEINES dieser Konzerte in Deutschland haben wir anschließend von der GEMA Geld bekommen. Das einzige Konzert, für das wir eine Ausschüttung erhalten haben, war ausgerechnet eines, das im Ausland stattgefunden hatte, nämlich auf dem Northsea Jazz Festival in Den Haag 1993 und bei dem die niederländische Urheberrechts gesellschaft STEMRA das Inkasso vorgenommen hatte.

Diesen Umstand habe ich 1999 moniert. Die GEMA forderte daraufhin von mir eine genaue Liste aller gegebenen Konzerte. Diese Liste mit insgesamt 47 Konzerten habe ich erstellt. Nach einigem Hin und Her erklärte sich die GEMA nun endlich bereit, wenigstens die Konzerte aus den Jahren 1996/97 doch noch zu vergüten. Die Ausschüttung war aber weder nachvollziehbar noch transparent (und überdies leider auch nicht korrekt, weil Wertungszuschläge für die vorher erfolgte Tonträgerveröffentlichung fehlten).

 

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 03/2010

 
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