DAS SELBERMACHEN HAT SEINE GRENZEN
Fast lautlos trennen sich Künstler und Konzerne, um auf neuer Grundlage zu verhandeln. Nach jahrzehntelanger Kritik an der Musikindustrie, sie würde lediglich auf das große Geschäft aus sein und sich um künstlerische Inhalte nicht kümmern, scheint jetzt der Idealzustand angebahnt: Die Musiker gründen eigene Labels, produzieren ihre Aufnahmen selbst und halten die Rechte daran. Mit den einstigen Majors macht man Lizenzverträge für den mühsamen und meist schleppenden Vertrieb. Das spart Kosten und Illusionen - Musiker, die kein quantitativ nennenswertes CD-Publikum erreichen, bleiben da von vornherein außen vor. Der Vertrieb ihrer ambitionierten Produkte war schon immer das Problem, an dem viele kleine unabhängige Tonträgerfirmen scheiterten.
Aber ist der neue Zustand wirklich so ideal?
Die Digitalisierung der Musik war für die Musiker bisher ein großer Reinfall, resümiert der New Yorker Gitarrist Marc Ribot. Der legale Download bringt keinen Ersatz für den Verlust aus dem Rückgang der CD-Verkäufe, die Tantiemen sind im Keller. Man müsse der Zukunft ins Auge schauen, rät Ribot: Wenn eine Musik keine Unterstützung im Markt oder durch die Öffentlichkeit mehr habe, könnte sie möglicherweise verschwinden.
Was von Ribot eher als Provokation denn als Resignation gemeint ist, korrespondiert mit dem, was der Trompeter Dave Douglas berichtet. Nach sieben Alben für den Musikkonzern BMG gründete
Douglas 2005 sein eigenes Label greenleafmusic. Internet-Zugang und eine Kreditkarte ermöglichen, dass man seine CDs heute problemlos bestellen und dass man seine Musik als MPs-Files auch stückweise kaufen kann.
Text: Christian Broeckinc
Fotos: Dave Douglas - Jimmy Katz
Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2008




